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Unbekannte (Fund)objekte: 1  2  3  4  5

Zu den hier vorgestellten Objekten werden noch nähere Angaben zu Alter, Herkunft oder Funktion gesucht. Wer etwas weiß und helfen möchte, bitte Mail an info@zeitensprung.de. Vielen Dank!

1) Hölzerne indische Schrifttafel mit Griff. Die Holztafel (H. 56,5 cm, mit Griff 60,5 cm, B. 22,5 cm, Stärke 1,5 cm) ist auf der einen Seite rot, auf der anderen schwarz gefasst, beide Seiten sind mit gelber Farbe beschriftet. Die Beschriftung umfasst 25 Zeilen Text auf der roten Seite, auf der schwarzen Seite zunächst 2 kurze Zeilen, danach 21 Zeilen Text. Bislang konnte Folgendes in Erfahrung gebracht werden: Die zwei kurzen Zeilen auf der schwarzen Seite sind eine Anrede. Sie lautet:
(Symbol) + Shri Parameshvara-ji ["Allerhöchster Herr", Gott oder König]
(Symbol) + Shri Maharaja-ji [König (oder Guru/Priester), evtl. schmeichelnd an den Herrscher oder Pachtherrn gerichtet].
Darauf folgt ein sehr ordentlich, wohl von einem professionellen Schreiber geschriebener, Text - vielleicht eine Bittschrift oder Huldigung. Der Inhalt des Textes konnte bis auf einzelne Zeichen bislang leider nicht entziffert werden. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um einen nordindischen Text, eventuell Rajasthan, vermutlich eine lokale Prä-Hindi-Variante (kein Sanskrit). Vom Duktus her könnte man eine Parallele zu manchen Beschriftungen auf Miniaturmalereien um 1800 bis 1850 ziehen. Aus Rajasthan sind bemalte Holzbretter in Form von Schwertern bekannt, die den Boten von Heiratsanträgen oder Bittschriften mitgegeben wurden. Weiß jemand Näheres? -> email

Indische Schrifttafel

Indische Schrifttafel



2) Keine UFOs mehr (danke Nina :-) ): Zwei Anhänger mit christlichen Symbolen. Gegossene Anhänger aus Buntmetall in Form gleichschenkliger Dreieicke mit weißen und dunkelroten Emaileinlagen in Grubenschmelztechnik. Größerer Anhänger mit durchbrochen gearbeitetem Rahmen und Mittelfeld, Mittelfeld aus separatem Blech, Motiv Kreuz auf abgetrepptem Sockel umgeben von Girlanden, kleinerer Anhänger mit Resten von Feuervergoldung, durchbrochen gearbeitetes Mittelfeld mit Kürzel IHS und Kreuz, Kreuzschaft mittig auf dem Quersteg des Buchstaben H, unten 3 stilisierte Kreuznägel. Die Emaileinlagen beider Stücke fehlen zum Teil. Höhe inkl. Öse 6,6 bzw. 4,4 cm, Schenkellänge 6,4 bzw. 4,2 cm. Die Stücke stammen aus dem Bereich der Volks- oder Trachtenkunst, einen Hinweis auf das Alter und die Herkunft gibt ein dem kleineren Anhänger sehr ähnliches Exemplar, das sich im Besitz des Bayerischen Nationalmuseums befindet: Bei dem der Region Katalonien zugewiesenen und auf den Anfang des 17. Jh. datierten Anhänger Nr. 535 H 80 aus der Sammlung Kriss sind die Emaileinlagen in Zellenschmelztechnik hergestellt, außerdem verfügt er über ein kleines Fach für Sakramentalien auf der Rückseite (vgl. Liselotte Hansmann u. Lenz Kriss-Rettenbeck: Amulett, Magie, Talisman, München 1997, Lizenzausgabe Hamburg 1997, Kat.-Nr. 380, S. 225). Ein umlaufender Falz und drei kleine Zapfen am Rand der Rahmeninnenseite deuten auch bei dem hier vorgestellten Anhänger darauf hin, dass er ursprünglich über ein auf Rückseite angebrachten, dreieckigen Deckel verfügte (siehe die Befestigung des Mittelblechs des größeren Anhängers) und daher ebenfalls mit einem Fach ausgestattet war. Weiß jemand darüber hinaus Genaueres? -> email   Danke!    [ Nach oben ]

2 Anhänger um 1600

2 Anhänger um 1600

Grosser Anhänger um 1600

Kleiner Anhänger um 1600



3) Plakette und Platte mit arabischen und/oder persischen Schriftzeichen und/oder Symbolen. Links ein annähernd rund geschnittenes Buntmetallblech (Dm. 5,8 cm, Stärke ca. 0,5 mm), Außenrand mit umlaufender eingravierter Beschriftung, in der Mitte ein eingraviertes Raster aus 4 x 5 annähernd quadratischen Feldern, darin z.T. ähnlich bzw. identisch erscheinende Zeichen. An jeder der vier Außenseiten des Rasters ein kürzerer Schriftzug. Blech am Rand von Rückseite aus zweifach gelocht, die Lochung schneidet die Randbeschriftung, Löcher auf Rückseite mit Resten von Lötzinn umgeben, das Zinn z.T. in die Löcher hineinziehend. Das Blech scheint demnach auf einem metallischen Träger vernietet und verlötet gewesen zu sein.
Rechts ein rechteckiger Eisenstreifen als Abschnitt eines eher kräftigen Eisenbandes (6,4 x 3,8 cm, Stärke ca. 0,75 cm) mit eingeschnittenem Raster aus 4 x 8 annähernd quadratischen Feldern, in jedem Feld ein anderes Zeichen eingraviert. Keine Spuren einer ehemaligen Befestigung erkennbar. Die beiden Stücke sollen aus dem persischen Raum stammen und als Amulette fungiert haben. Weiß jemand Genaueres? -> email   Danke!   [ Nach oben ]

Amulette Iran



4) Im Querschnitt annähernd quadratischer Vierkantstab aus Buntmetall, wohl Messing, mit flachen, verbreiterten, nicht ganz viertelkreisförmig umgebogenen Enden, deren Außenseite geglättet ist. Gesamtlänge ca. 33 cm. Schaft (0,65 bis 0,75 cm stark) und Innenseite der in entgegengesetzter Richtung umgebogenen Enden (B. 1,32 bis 1,52 cm, H. 0,23 - 0,33 cm) mit Feilspuren und deutlicher Patina, auf einer Seite des Schafts etwa in der Mitte die eingeprägten Buchstaben "J S", evtl. die Initialen des Besitzers (oder Herstellers?). Die Außenfläche der annähernd spatelförmigen Enden ist, evtl. auch in Folge der Benutzung, glattpoliert. Soweit erkennbar handelt es sich um ein spezialisiertes Werkzeug, mit dessen gebogenen Enden etwas angedrückt oder angerieben wurde. Weiß jemand Genaueres? -> email   Danke!   [ Nach oben ]











5) Beschnitzter Abschnitt eines Röhrenknochens eines größeren Säugetieres mit Darstellung von drei länglichen, wohl männlichen Gesichtern mit hoher Stirn und spitzem Kinn. Ausführung der Mund- und Kinnpartie evtl. auch als Darstellung eines Vollbarts zu deuten. Spuren eines Metallsägeblattes an den Schnittflächen, Oberfläche mit deutlicher Alterspatina, evtl. stellenweise auch leichte Schmauchspuren. Länge 9 cm, Dm. max. 4,9 cm.
Die genaue Herkunft des Stücks ist unbekannt, es weist Ähnlichkeiten zu den meist viergesichtigen Darstellungen des auch als Orakelspender verehrten altslawischen Gottes Svantevit / Swantewit bzw. seinem dreigesichtigen Gegenstück Triglaw auf, vgl. z.B. Abb. 5 in http://www.lda-lsa.de/landesmuseum_fuer_vorgeschichte/fund_des_monats/2012/januar/ bzw. http://www.bauernvolk.de/bmi/skulptur.jpg und (Rekonstruktion einer Stele im Wallmuseum Oldenburg) https://nordlichtblog.files.wordpress.com/2015/03/slawen-2n-gc3b6tterstele.jpg
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